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Lerntipps & Lerntechniken

von: Rack/Rollmann/Simon

 

"Überfüttert die Schüler nicht mit Fischen, sondern lehrt sie das Angeln."

G. Bateson

 

 

Die wirksamsten Lerntipps und Lerntechniken

(Ausgabe an alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5)

 

Folgende Lerntipps, so das Ergebnis von Erfolgskontrollen, haben Schülern bei der Überwindung von Lernschwierigkeiten am meisten genützt. Sie wurden ergänzt durch Forschungsergebnisse der Pädagogischen Psychologie und Ergebnisse der neueren Gehirnforschung. Bitte achten Sie als Klassenlehrerin/Klassenlehrer darauf, dass die Eltern ebenfalls über die Ausgabe dieser Lerntipps informiert werden. Die Schüler sollen diese Lerntipps in ihrer Portfoliomappe abheften. Viel Erfolg.                Dieter Simon, Päd. Ltr.

 

Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz sollte ausreichend Licht haben, belüftet werden, ausreichend groß sein und ist vor dem Lernen aufzuräumen! Weg mit Dingen, die dich ablenken können!

Lege alles in Griffnähe, was du ständig brauchst (z. B. Lineal, Radiergummi, Wörterbuch)!

Lerne möglichst am gleichen Arbeitsplatz!

 

Musikhören

Nicht nur bei schwierigen Aufgaben gilt: kein Musik- oder Radiohören!

 

Ungestörtes Arbeiten

Auch kleinere Geschwister, unbeschäftigte Freunde, Besorgungen für den Haushalt können die Arbeit eines Schülers in dessen Lernphase nachhaltig stören. Eine geordnete und verabredete Zeiteinteilung hilft auch hier, Störfaktoren auszuschalten.

 

Frühstück/Mittagessen

Ein leichtes Frühstück und eine angemessene Zwischenmahlzeit (Obst) bringen dem Körper vormittags den notwendigen Energieschub. Ein warmes Mittagessen mit ausgewogener Kost, wie es z.B. in unserer Mensa angeboten wird, schafft Lernenergie für den Unterricht nachmittags. Beim Denken verbraucht das Gehirn viel Energie, wird sehr warm und verbraucht Flüssigkeit. Deshalb öfters etwas trinken (Wasser, Tee, keine zu sehr gesüßten Getränke).

 

Mehrkanaliges Lernen

Je mehr Lernwege du benutzt, desto besser ist der Lernstoff im Gehirn verankert und vernetzt!

Lernwege sind Auge, Ohr, Mund und andere Organe zum sinnlichen Wahrnehmen (be"greifen").

"Nur Durchlesen" oder "einmal Anschauen" genügt niemals. Lies laut! Fasse den Kerninhalt mündlich und schriftlich zusammen! Beispiele: Herausschreiben von Schlüsselwörtern; Finden von Überschriften zu Textabschnitten; farbiges Unterstreichen in eigenen Heften, workbooks; Anfertigen von Tabellen und Skizzen oder Zeichnungen! Benutze den Kassettenrekorder, bei­spielsweise zur Stimmkontrolle.

 

Zeitplanung

Trage Klassenarbeitstermine in einen Terminkalender ein. Teile den Klassenarbeitsstoff in Portionen auf! Fange frühzeitig mit der Vorbereitung an, damit es keinen "Stau" gibt, der Stress erzeugt!

 

 

Hausaufgaben

Unter die Eintragungen während der Stunde schreibt man die Hausaufgaben.  (Seite, Nr., Thema, Kapitel usw.).

Nach dem Mittagessen wird jeder Mensch zunächst müde. Ruhe dich aus oder beschäftige dich mit Dingen, die dir Freude machen und nicht anstrengen! Hausaufgaben sind möglichst an dem Tag zu machen, an dem sie aufgegeben worden sind. Wenn viel auf ist, fertige einen Tagesplan oder Wochenplan an, der dann abgehakt wird! Ein Abhaken der Lernblöcke fördert ein Gefühl für eine Zeiteinteilung.

 

Beginne mit den leichten Hausaufgaben!

 

Je ähnlicher Lerngegenstände sind (z. B. Sprachen), desto mehr stören sie sich gegenseitig im Hirn beim Einprägen, wenn man sie kurz hintereinander lernt. Deshalb soll man bei den Hausaufgaben darauf achten, dass die Reihenfolge der Hausaufgabenfächer so gewählt wird, dass z. B. nach Deutsch erst mal Mathematik kommt, dann eventuell wieder eine Sprache, dann eine Naturwissenschaft, dann ein GL-Fach usw.

Wenn man sich mit zwei ähnlichen Lerngegenständen (Fächern) befassen muss, ist es besser, wenn man sich beim Lernen des nächsten Faches woanders hinsetzt, z. B. andere Raumecke, anderer Raum.


Zwischen den einzelnen Themen der Hausaufgaben eine kurze Pause einlegen (gemessen in Minuten).


Fremdsprachen-Hausaufgaben: die Reihenfolge einhalten: 1. Neu-Lernen (z. B. Vokabeln),

2. Wiederholen (frühere Vokabeln/Texte) 3. schriftliche Aufgabe.

 

Heftführung

Schreibe leserlich und sauber!

Schreibe geordnet mit Überschrift und/oder Datum!

Hebe Schlüsselwörter durch Unterstreichen und farbiges Markieren hervor!

Korrekturen im (Haus-)Heft nicht mit dem zeitaufwendigen Killer durchführen, sondern einfach durchstreichen und mit einer anderen Farbe die richtige Lösung daneben schreiben.

 

Lernpausen

Nicht zu lange an einer Sache arbeiten, sondern immer wieder Pausen einlegen!

 

Gedächtnisstützen

Will ein Merkstoff nicht in dein Langzeitgedächtnis, erzeuge dir durch ein Bild / einen Vergleich / oder eine "Eselsbrücke" eine Merkhilfe, z. B. die Abfolge der Mittelohrknöchelchen  Hammer, Amboss, Steigbügel läßt sich durch das Merkwort HAS einprägen; oder das mathematische Symbol für

 < " ist kleiner als" lässt sich im Vergleich mit dem Buchstaben "K" wie kleiner einprägen.

 

Wiederholungslernen / Festigung

Prüfe ständig, ob das Kernwissen, z. B. unregelmäßige Verben, noch vorhanden ist.

Viele kleine Wiederholungen sind besser als eine große vor der Klassenarbeit!

 

Zur Festigung eines Lernstoffs ist es sinnvoll, ihn halblaut vor sich hin zusagen (Arbeit mit Kassettenrekorder!).

 

"Zuhause habe ich es noch gekonnt, jetzt nicht mehr!" Um dies zu vermeiden, ist mehrmaliges, regelmäßiges Wiederholen, auch zu deutlich späteren Zeitpunkten, erforderlich. Man muss daher bei einprägendem Lernen (z. B. bei Vokabeln, markierten Texten, Zusammenhängen in den Naturwissenschaften oder in den GL-Fächern) rechtzeitig mit dem Lernen beginnen, damit auch Zeit bleibt für das wichtige und notwendige Wiederholen am Spätnachmittag / am Abend / am nächsten Tag.

 

Man behält etwas besser im Gedächtnis, wenn man nach dem Lernen passiv ist. Das bedeutet: wichtige Merksätze/Vokabel u. ä. vor dem Einschlafen nochmals zu wiederholen, senkt die "Vergessensrate" beträchtlich.

Wenn beim Wiederholen immer größere Schwierigkeiten auftreten, soll man eine Pause machen (gemessen in Stunden oder am nächsten Tag).

 

Übungen zur Rechtschreibung

1. Schwierige Wörter deutlich lesen und dabei auf Kassette aufnehmen.

2. Einige Zeit später die Wörter der Kassette anhören und dabei aufschreiben.

3. Mit den Wörtern im Heft vergleichen.

4. Die Fehlerwörter verbessern.

 

Vokabellernen
Lies die Vokabeln zunächst laut, decke dann ab und prüfe sie so lange schriftlich, bis sie sitzen!

Lerne in Portionen nicht mehr als 20 - 40 Stück am Tag!

Schwer merkbare Vokabeln werden auf ein Karteikärtchen geschrieben (Vorderseite Deutsch / Rückseite Fremdsprache) und öfter kontrolliert!

Vokabelkontrolle: mindestens von oben nach unten und von unten nach oben aus dem Buch abfragen lassen; besser wäre es, durcheinander abfragen zu lassen.

 

Mathematiklernen
Das Mathematikheft muss sauber und übersichtlich sein, d. h. dass die Nebenrechnungen neben der Hauptrechnung, die den gesamten Lösungsweg beschreibt, stehen und damit immer nachvollziehbar ist, wie der Lösungsweg gegangen ist.

Markiere Formeln und Merksätze, damit sie schnell auffindbar sind!

Erledige die Mathehausaufgaben möglichst an dem Tag, an dem sie aufgegeben sind.

 

Textaufgaben lösen
Lies den Text konzentriert durch! Es hilft dir, wenn du mit eigenen Worten oder in Form einer Zeichnung beschreibst, was gemeint ist. Überlege, was das letzte Ziel ist und was man dazu braucht; notiere dir, was an Zwischenergebnissen benötigt wird. Bevor du rechnest, sieh dir die Aufgabe nochmals an, ob du dich nicht verrannt hast! Überlege, welche Regel du sonst noch anwenden könntest (Thema der Unterrichtseinheit?)!

Kontrolliere immer, ob die Lösung realistisch ist!

                               

Vorbereitung auf eine Mathematikklassenarbeit
Die im Unterricht gerechneten Aufgaben nochmals auf einem separaten Blatt rechnen - die Selbstkontrolle ist dann mit dem normalen Heft möglich. Übe insbesondere Aufgaben, bei denen du früher Schwierigkeiten bei der Lösung gehabt hast. Man erkennt sie daran, dass in ihnen herumgestrichen wurde (weil kein Killer verwendet wurde).

 

Textlernen
Lerne lange Texte (z. B. in Geschichte, Biologie) in mehreren Schritten! Dazu überfliege sie zunächst und teile sie in Blöcke auf. Lies dann gründlich und fasse den Inhalt von diesen Blöcken jeweils schriftlich zusammen (Texttelegramm). Jetzt liest du ihn erneut und prüfst schließlich deine Texte am Originaltext, ob du damit das Wesentliche frei wiedergeben kannst.

 

Auswendiglernen von längeren Texten
Man unterteilt in mehrere Zeilen lange Abschnitte, die als GANZES gelernt werden. Dann wird der nächste Block gelernt und zusammen mit dem ersten Abschnitt wiederholt. Mit der Zeit kommt immer mehr hinzu. Was dann gelegentlich fehlt, wird einzeln nachgelernt und dann im Ganzen wiederholt.

 

Geschwindigkeitssteigerung
(z. B. bei 10-Finger-Schreiben/Vokabeln)
Erst dann mit der Schnelligkeitsübung beginnen, wenn man den Stoff fehlerfrei und exakt kann.

 

Lernkontrolle
Prüfe, ob das Gelernte auch tatsächlich sitzt!
Schreibe und sage dazu wichtige Lerninhalte aus dem Gedächtnis auf! Stelle selbst Fragen und beantworte sie!

Löse die Übungsaufgaben mit Selbstkontrollmöglichkeit. Lasse Gelerntes abhören! Trage Gelerntes anderen vor!

 

Schultasche
Sie wird am Tag vorher gepackt. Dabei packt man anhand des Stundenplans seine Hefte und Bücher ein. Ein Blick in das jeweilige Schulheft kontrolliert, ob man die Hausaufgaben tatsächlich erledigt hat oder noch nicht. Ein "Vergessen" der Hausaufgabe gibt es somit nicht.

 

Motivationstipps kurz und bündig

 

->  Schiebe das was du lernen musst, nicht auf. Erledige es gleich! Der Ärger, den du später hast, ist bestimmt größer!

 

->  Bereite dich auf den Lernstart vor:

Räume den Arbeitsplatz auf, beseitige, was dich ablenken könnte.

Atme tief ein und aus, spanne deine Hände, Arme und Beine fest an und lasse sie nach 10 Sekunden wieder los!

 

->  Setze dir Ziele. Ein kleiner Lernplan oder ein Wochenplan kann nützlich sein. Unterscheide nach Schwierigkeitsgrad, Muss- und Kannzielen für den nächsten Schultag. Hake ab, was du erledigt hast!

 

->  Belohne dich für die Erledigung von Lernaufgaben beziehungsweise für das Erreichen von Zielen mit angenehmen Freizeittätigkeiten!

 

->  Hast du einen Lernerfolg oder Leistungsfortschritt erzielt, so ist das kein "Glück" oder "Zufall", sondern der Erfolg ist Ausdruck deiner Anstrengung oder von deinen Fähigkeiten!

 

->  Stelle nie vorschnell fest, dass dich ein Fach oder ein Stoff nicht interessiert. Wenn du genauer darüber nachdenkst, wirst du auf Aspekte stoßen, die dich interessieren oder neugierig machen.

 

->  Informiere dich früh über Berufsziele und Weiterbildungsmöglichkeiten. Zielorientiertes Lernen wirkt sich positiv auf die Lernbereitschaft aus! Mache dir klar, dass du nicht (nur) für die nächste Stunde lernst, sondern auch für langfristige Ziele.

 

->  Wer sich nichts zutraut, erreicht auch wenig! Du kannst mehr als du glaubst!

 

 

Literaturhinweise (und Quellenangaben)

 

Endres,W.:       Lernen mit Kniff und Pfiff, Kleine Lernmethodik, Klett-Verlag, Schüleralter: 9-13 Jahre

Keller,G.:         Lernen will gelernt sein! Ein Training für Schüler der Klassen 5-8:

Heidelberg und Wiesbaden: Quelle & Meyer 1994 (5. Aufl.)

Endres,W.:       So macht Lernen Spaß!            Klett-Verlag, Schüleralter: 11 - 16 Jahre

Endres,W.:       99 starke Lerntipps                  Klett-Verlag, 6.-10-.Klasse 

 

 

 

www.mind-unlimited.com (Lernhilfen)